Schiedsrichter

Der Schiedsrichter gehört zum Fußball, wie der Ball und das Laufen.

Mehr als 81.000 Schiedsrichter sorgen Woche für Woche dafür, dass beim Fußball in Deutschland alles in geregelten Bahnen verläuft. Aushängeschild des deutschen Schiedsrichterwesens ist der Kaiserslauterer Markus Merk. 2004 und 2005 wurde er zum Weltschiedsrichter gekürt. Mit einem umfassenden Ausbildungs- und Förderungsprogramm sorgt der DFB dafür, dass die deutschen Schiedsrichter die an sie gestellten Anforderungen in vorbildlicher Weise erfüllen können.

Schiedsrichter in Deutschland

Einer der bekanntesten deutschen Schiedsrichter: Dr. Markus Merk

Bei etwa 100.000 Spielen pro Wochenende in Deutschland reicht die oben genannte Zahl jedoch nicht aus, weshalb manche Schiedsrichter zweimal pro Woche Spiele leiten oder die untersten Klassen der Jugendmannschaften nicht mit offiziellen Schiedsrichtern angesetzt werden können. Von einem Schiedsrichter wird dabei erwartet, dass er pro Saison mindestens 6-20 Spielleitungen übernimmt und 3-10 Schiedsrichtersitzungen (ist von Landesverband zu Landesverband unterschiedlich) besucht. Erfüllt er dies nicht, fällt er aus dem „Soll“ seines Vereins. Die Vereine müssen je nach Anzahl ihrer Mannschaften und deren Spielklasse eine Mindestanzahl von Schiedsrichtern abstellen. Stellen sie zu wenige ab, müssen sie Strafgelder zahlen und können in manchen Verbänden, wenn dies über mehrere Spielzeiten nicht verbessert wird, auch mit Strafen wie dem Verbot des Ausrichtens von Turnieren oder gar dem Zwangsabstieg der ersten Mannschaft bestraft werden.

Spesen und Vergütung

Das Schiedsrichteramt ist ein Ehrenamt In Deutschland gibt es keine professionellen Schiedsrichter. Allerdings erhält man für seine Spielleitungen Spesen, die je nach Landesverband variieren. Für Spiele im unteren Amateurbereich liegen die Spesen unter 20 Euro. Selbst bei einem Oberligaspiel müssen sich der Schiedsrichter mit 50 Euro, die Assistenten mit 25 Euro begnügen. Über dieses Niveau kommen über 99 % der Schiedsrichter (ebenso wie über 99 % der Spieler) nicht hinaus.

Erst im Profifußball werden dem Schiedsrichter höhere Beträge gezahlt. Ein Schiedsrichter in der Bundesliga erhält 3600 Euro pro Spiel, ein Assistent 1800 Euro und der vierte Offizielle ebenfalls 1800 Euro, da dieser auch als Assistent gilt, in der 2. Bundesliga jeweils die Hälfte. In der Regionalliga gibt es schon nur 160 Euro bzw. 80 Euro. Alle Schiedsrichter der 2. Bundesliga müssen dabei aber etwa genauso oft Regionalligaspiele leiten wie Zweitligaspiele.

Für einen Schiedsrichter der Bundesliga kommt es dabei aber zu einem sehr hohen Aufwand: Für ein Spiel an einem Samstag muss er freitags anreisen und kommt erst spätabends am Samstag oder sogar erst sonntags zurück. Die Fahrtkosten, sowie Hotel- und die Verpflegungskosten werden vom DFB erstattet. Zum Zeitaufwand der Schiedsrichter kommen mehrere mehrtägige Lehrgänge des DFB und seines Verbandes pro Monat. Zudem bekommt er einen täglichen Trainingsplan, der auch überprüft wird.

Ein Leistungsschiedsrichter wird mit dem Cooper-Test überprüft, den Schiedsrichter, abhängig vom Verband, meistens ab der Bezirksliga zum Beweis Ihrer konditionellen Leistungsfähigkeit machen müssen. Gefordert wird die Absolvierung einer bestimmten Strecke in einer bestimmten Zeit, z. B. 2700 Meter in 12 Minuten. Es existiert keine Einheitsregelung, so dass die Verbände es unterschiedlich handhaben, ab welcher Spielklasse Leistungstests durchgeführt werden müssen, und ob der Cooper-Test auch 2700 Meter betragen muss. Die Altersgrenze liegt für Bundesliga-Schiedsrichter bei 47 Jahren.

Ab der Regionalliga sowie der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals wird ein Schiedsrichter in jedem Spiel beobachtet und benotet. Auf Grund des Schiedsrichter-Skandals 2005 wird dies in Zukunft auch in der ersten Pokal-Hauptrunde der Fall sein. Außerdem werden schon seit eh und je alle Schiedsrichter regelmäßig und im Normalfall mehrfach pro Saison beobachtet, somit ihre Spielleitungen überprüft. Man spricht davon, dass ein Schiedsrichter, der mit 25 Jahren noch nicht Regionalliga pfeift, keine realistische Chance mehr hat, nach ganz oben zu kommen.

Spesen beim Fußballverband Rheinland (Stand: Juli 2005)

Senioren    
|Schiedsrichter|Assistent||    
Rheinlandliga|26,00 €|15,00 €||    
Bezirksliga|23,00 €|12,00 €||    
Kreisliga|15,00 €|12,00 €||    
AH /FZM|13,00 €|-||    
Junioren        
|A-Jugend|B-Jugend|C-Jugend|D-F-Jugend        
Rheinlandliga|15,00 €|13,00 €|12,50 €|-        
Bezirksliga|12,00 €|12,00 €|12,00 €|-        
Kreisliga|10,00 €|10,00 €|8,00 €|8,00 €        
Junioren        
|A-Jugend|B-Jugend|C-Jugend|D-F-Jugend        
Rheinlandliga|15,00 €|13,00 €|12,50 €|-        
Bezirksliga|12,00 €|12,00 €|12,00 €|-        
Kreisliga|10,00 €|10,00 €|8,00 €|8,00 €        
Frauen||||  
|Schiedsrichter|||  
Rheinlandliga|15,00 €|||  
Bezirksliga|13,00 €|||  
Turniere||||  
|Schiedsrichter|||  
bis zu 5 Std.|18,00 €|||  
jede weitere Std.|4,00 €|||  
Fahrtkosten||||  
|Pro KM|||  
Einzelperson|0,30 €|||  
Schiedsrichter-Team|0,32 €|||  

Wie kann ich Schiedsrichter werden?

155 Bundesligaeinsätze von 1989 bis 2002: Der Konzer Schiedsrichter Alfons Berg

Schiedsrichter kann man bis ins hohe Alter hinein sein. Viele Schiedsrichter, die sich durch die schwierigen ersten Jahre durchgekämpft haben, pfeifen 20, 30, oder gar 40 Jahre und mehr. Ab dem 14. Lebensjahr kann man Schiedsrichter werden. Die Schiedsrichtervereinigungen fördern die neuen Schiedsrichter durch vielfältige Schulungsmaßnahmen, Beobachtungen und gezielte Förderung.

Junge Leute können bei entsprechender Eignung und dem notwendigen Engagement sehr schnell höhere Klassen pfeifen. Die Schiedsrichtervereinigung Trier-Saarburg hat in den vergangenen Jahrzehnten sogar einige Bundesligaschiedsrichter hervorgebracht.

Wenn sie auch in Zukunft Spiele mit guten Unparteiischen sehen wollen, stürzen sie sich mitten ins Geschehen und werden sie Fußballschiedsrichter. Sie werden manche neue Perspektive kennenlernen. Sprechen sie mit ihrem Fußballverein oder wenden sie sich an die jeweilige Schiedsrichtervereinigung.

 

Ansprechpartner in der Region Trier sind:

Kreischiedsrichterobmann Klaus Schwarz, Tel.: 0651 - 309 635

Nachwuchsreferent Franz-Josef Ferring, Tel.: 06525 - 260

Pressereferent Klaus Meis, Tel.: 0651 - 9981574

TuS Fortuna Saarburg 1884 e.V.