Chronik des Saarburger Fußballs

Von den Anfängen bis in die NS-Zeit

Der Fußballsport kam in Saarburg erst nach dem ersten Weltkrieg zum Zuge. Wohl hatte man bereits 1913 die Gründung eines Fußballvereins vorgesehen, doch kam dieses Vorhaben durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges nicht zur Ausführung.

Unmittelbar nach Kriegsende wurde der Plan wieder aufgenommen und 1920 der „Sportverein Saarburg 1920" aus der Taufe gehoben.

Zunächst spielte man im Hagen beim heutigen Schlachthaus, später dann auf dem Platz in der Heckingstraße. Dem Sportverein fehlte jedoch lange Jahre hindurch das finanzielle Fundament, da der Spielbetrieb sehr hohe Aufwendungen bedingte, das Publikumsinteresse aber lange Zeit nur sehr schwach war, so dass die Platzeinnahmen nicht ausreichten, die laufenden Kosten zu decken. Dieser Umstand führte zu einer Unterbrechung der Vereinstätigkeit und zur Neugründung der „Spielervereinigung 1930", die dann bei der Fusion in den „Sportverein Fortuna" umbenannt wurde.

Die sportlichen Erfolge waren auch in den Jahren 1920 bis 1928, hauptsächlich jedoch in der Zeit von 1930 bis zum zweiten Weltkrieg sehr beachtlich. Während des zweiten Weltkrieges ruhte der Sportbetrieb weitgehend.

 

Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach dem 2. Weltkrieg

Nachdem die von der Besatzung verhängte Tätigkeitssperre für Turnen und Sport aufgehoben wurde, erfolgte schon 1945 der Wiederaufbau des Vereins. Er wurde im Gasthaus „Zur Linde" wieder gegründet und nannte sich S.V. Fortuna Saarburg. Erster Vorsitzender wurde Rudolf Rassier (verstorben), der 1950 auch Ehrenmitglied des Vereins wurde.

Zunächst spielte man auf der Bonwiese im Stadtteil Beurig, dann benutzte man den Sportplatz im Kammerforst. Erst 1947 stand der Sportplatz in der Heckingstraße wieder zur Verfügung, den man während des Krieges mit einer Betondecke versehen hatte da er als Fahrzeug- und Materiallager benutzt worden war. In dieser 1. Saison spielte man in der Bewährungsklasse des Saarlandes. Nach diesem einjährigen Gastspiel kam die Mannschaft in die Bezirksklasse. In der Saison 1950/51 stieg sie in die Landesliga auf, damals die höchste Amateurklasse. Nach einer erneuten Klasseneinteilung - die Landesliga wurde aufgelöst - spielte man 3 Jahre lang in der zweiten Amateurklasse, ehe 1956 der Aufstieg in die erste Amateurklasse gelang. Dort spielte man sieben Jahre lang.

Mit Einführung der Bundesliga und der damit verbundenen Neueinteilung aller Klassen ging die Zugehörigkeit zur ersten Amateurklasse verloren. Man spielte fortan in der Bezirksliga Trier.

Die 70er, 80er und frühen 90er Jahre

Im Jahre 1971 musste man den bitteren Weg in die A-Klasse antreten. Gründe waren der Weggang oder die Beendigung der aktiven Spielzeit einiger Spieler. In den folgenden Jahren belegte man einen Platz im Mittelfeld, das erhoffte Ziel Aufstieg in die Bezirksliga wurde nicht erreicht.

Durch Inanspruchnahme des Sportplatzes als Kirmes- und Festplatz wurde der einstmals zu den besten Sportanlagen im Regierungsbezirk Trier zählende Platz immer mehr für sportliche Großveranstaltungen untauglich. Erst der Bau des Sportzentrums im Leukbachtal mit einem Tennen- und Rasenplatz versprach für den sportlichen Bereich bessere Bedingungen. Mannschaften wie Eintracht Trier 05 und der 1. FC Saarbrücken konnten für Freundschaftsspiele gewonnen werden.

1986 war es dann endlich wieder soweit. Der Aufstieg in die Bezirksklasse war geschafft. Doch nach nur einem Jahr musste die Mannschaft wieder den schweren Gang in die A-Klasse antreten. In den Folgejahren spielte man mehr oder weniger erfolgreich in der obersten Kreisklasse mit, ehe 1994 mit dem Abstieg in die B-Klasse der zwischenzeitliche sportliche Tiefpunkt der Fußballabteilung erreicht war. Zwei Jahre hintereinander verpasste man nur knapp den Wiederaufstieg. Spieler und Trainer verließen den Verein und so konnte man mit unerfahrenen jungen Spielern aus dem Nachwuchsbereich den Abstieg aus der B-Klasse 1997 nicht verhindern.

Von den späten 90ern bis zur Gegenwart

In der Saison 1998/99 schaffte man unter der Leitung von Jürgen Reuter den Wiederaufstieg in die zweithöchste Kreisklasse, in der die Mannschaft dann sechs Jahre spielte. Zunächst spielte man zwei Jahre unter Heribert Jakobs in der oberen Tabellenhälfte mit, bevor die Fortuna ihren neuen "alten" Trainer Horst Wolff zurück nach Saarburg holte. Unter seiner Regie wurde der Aufstieg in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit nur knapp verpasst (es fehlte einmal nur ein Tor). Im dritten B-Liga-Jahr entging man dann trotz ehrgeiziger Ziele nur knapp dem erneuten Abstieg. Doch in der Saison 2004/2005 war es dann endlich soweit und Horst Wolff konnte mit seiner jungen Truppe den Wiederaufstieg in die höchste Kreisklasse schaffen. Nach einer starken Hinrunde musste man dann im ersten A-Liga-Jahr am Ende doch noch um den Klassenerhalt bangen, konnte die Liga-Zugehörigkeit aber letztendlich doch sichern. Auch die zweite Mannschaft des Vereins konnte in der Saison 2005/2006 an die Erfolge anknüpfen und schaffte nach langen Jahren auch wieder die Rückkehr in die C-Liga.

Zur Saison 2006/2007 wurde Michael Lofy als neuer Trainer nach Saarburg geholt, von dem sich der Verein jedoch zur Winterpause der Saison schon wieder trennte. Im Januar 2007 übernahm Horst Wagner als neuer Trainer die Geschicke bei der Fortuna und sollte die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgänger fortsetzten und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. In seiner Amtzeit schaffte man in den ersten beiden Jahren einen guten Mittelfeldplatz und setzte sich in der Saison 2008/2009 wieder ehrgeizige Ziele und wollte endlich zu den Spitzenteams der A-Liga aufschließen.  Nach vielen Querelen in der Mannschaft und im Umfeld stürtze die Mannschaft jedoch nach einem verkorksten Start im Laufe der Hinrunde bis auf den letzten Tabellenplatz ab und musste auch dort überwintern. Von vielen schon abgeschrieben, wuchs nach der Rückrunde aus den verbliebenen Spielern und Trainer Horst Wagner wieder eine Mannschaft zusammen, die sich in nur neun Spielen der Rückrunde wieder selbst aus dem Tabellenkeller befreite. Am letzten Spieltag der Saison schaffte man durch einen 3:0-Heimsieg gegen die SG Rascheid/Geisfeld aus eigener Kraft den knappen aber auf Grund der starken Rückrunde verdienten Klassenerhalt und verhinderte damit den Absturz in die B-Liga. Somit hatte die Fortuna im Jahr ihres 125-jährigen Bestehens am Ende doch noch Grund zum Jubeln und feierte zusammen mit den anderen Abteilungen im August 2009 ein großes Stiftungsfest im Schulzentrum Saarburg-Beurig.

SG-Bildung mit dem TUS Serrig

Zur Saison 2009/2010 ging der TuS Fortuna Saarburg auf Grund der rückläufigen Spielerzahl und zur Sicherung des Spielbetriebs eine SG mit dem TuS Serrig ein und startet zusammen mit dem Nachbarn in der neuen Spielzeit mit drei Seniorenmannschaften. Trainer der neu geründeten SG ist Stephan Hartstein, der vom FC Könen kommt.

Im ersten Jahr der SG startete man denkbar schlecht in die Saison, konnte aber bis zur Winterpause einige Punkte einfahren und sich im Mittelfeld der Liga etablieren. Nach der Winterpause lief jedoch für die Hartstein-Elf nicht mehr viel zusammen und man geriet gegen Ende noch in der Abstigsstrudel. Wie bereits im Vorjahr kam es am letzten Spieltag zum Abstiegsendspiel in dem es dieses Mal nicht reichte und man am Ende in der Nachspielzeit der SG Pellingen/Franzenheim mit 0:1 unterlag. Nachdem sich dann schon alle auf die B-Liga eingestellt hatten führte der Klassenerhalt von Eintracht Trier dazu, dass auch die Saar-SG in der Saison 2010/11 weiterhin in der A-Klasse spielen darf. Nach einer chaotischen neuen Klasseneinteilung wird in der neuen Saison mit 17 Mannschaften in der  A-Klasse gespielt, was den Saarburgern jedoch letztlich zum Klassenverbleib dient.

In der darauf folgenden Saison 2011/2012 konnte dann der Abstieg leider nicht mehr verhindert werden und die Mannschaft musste in die B-Klasse absteigen.

In der Saison 2014/2015 gab es dann eine Veränderung auf der Trainerposition. Stephan Hartstein wurde nach 5 Jahren als Trainer der 1. Mannschaft vom ehemaligen A-Jugendtrainer Michael Sachse abgelöst.

TuS Fortuna Saarburg 1884 e.V.